Heute Morgen, am Tag des Löwenportals, entdeckte ich bei Spotify ein neues Mantra.
Ram Ram Hari Ram – ich verlinke es dir hier direkt.
Das Löwenportal, immer am 8.8., ist ein Tag, der dazu einlädt, sich die Fülle des Lebens bewusst zu machen und vor allem zu schauen: Wo halte ich mich von meiner Fülle (meiner Seelenbestimmung) selbst noch ab? Wo fehlt der Mut, die eigene Wahrheit zu leben? Was braucht es, diese vielleicht auch erst einmal zu entdecken?
Es ist Sommer und die Sonne hat ihren Höchststand. Wir sind eingeladen, unsere Wege zu prüfen, um unser Potenzial zu leben – unser ICHbewusstSEIN.
Als ich das Mantra hörte, hat es in mir wieder etwas ausgelöst. Eine Sehnsucht nach Ruhe und gleichzeitig danach, etwas zu bewegen. Das kenne ich sehr gut von mir.
Und wie so oft juckte es mich direkt in den Fingern, nachzulesen und zu recherchieren, was Ram Ram Hari Ram eigentlich bedeutet.
Im Sanskrit-Wörterbuch findet man unter Ram direkt den Hinweis auf Rama, eine Gottheit. Im Kundalini-Yoga arbeiten wir nicht direkt mit Gottheiten. Vielmehr nutzen wir die Qualitäten und Bewusstseinszustände, für die sie stehen. Das gefällt mir persönlich sehr gut, denn so geht es nie darum, etwas außerhalb von uns anzubeten, sondern das Göttliche in uns selbst wiederzuentdecken.
Rama gilt als Verkörperung von Rechtschaffenheit (Dharma) und als großes Vorbild. Man kann Rama auch als denjenigen beschreiben, „in dem Freude wohnt“ oder „der Freude schenkt“.
Es gibt eine wunderschöne Geschichte über Rama und wie er auserwählt wurde, die verzückende Sita zur Gemahlin zu bekommen. Doch mir geht es gar nicht so sehr um die Geschichte, sondern um die Energie dahinter.
Für mich bedeutet Rama die Erinnerung daran, dass die größte Freude entsteht, wenn wir verbunden mit unserer Seele leben. Wenn wir aus unserem göttlichen Anteil heraus denken, sprechen und handeln. Genau das verstehe ich unter ICHbewusstSEIN.
Im Yoga, Ayurveda und in der tantrischen Tradition ist RAM das Bija-Mantra (Samenklang) des Manipura-Chakras – unseres Nabelzentrums. Dieses Energiezentrum steht für Agni, unser inneres Feuer, für Transformation, Mut, Entschlossenheit, Willenskraft und Selbstvertrauen.
Das könnten wir schnell egoistisch finden. Doch genau das empfinde ich nicht. Denn wenn ich mit Mut und Entschlossenheit losgehe, meinen göttlichen Anteil, mein Dharma zu leben, dann dient das nicht nur mir selbst, sondern immer auch den Menschen um mich herum.
Traditionell wird RAM genutzt, um innere Stärke, Energie und Tatkraft zu aktivieren. Es stärkt unser Manipura-Chakra und damit auch symbolisch unser Agni: unsere Fähigkeit, Nahrung, Erfahrungen und Emotionen zu verdauen und in etwas Neues zu verwandeln.
Es stärkt unser Tejas, die leuchtende Feuerkraft unseres Bewusstseins, und unterstützt gleichzeitig unser Tapas, die Disziplin und Hingabe, unseren Weg immer wieder zu gehen. Tejas ist einer der lebenswichtigen Energie neben Ojas und Prana.
Das Herzchakra wird traditionell mit dem Mantra YAM verbunden. Und dennoch erlebe ich es immer wieder, dass Menschen mit einem starken Manipura-Chakra auch ihr Herz leichter öffnen können. Wenn wir in unserer Mitte ruhen, entsteht oft ganz von selbst mehr Wärme, Mitgefühl und Verbundenheit. Vielleicht wirkt RAM deshalb für mich auch so herzöffnend.
Hari wird oft als eine Bezeichnung Gottes verwendet, die handelnde Seite der Schöpferkraft. Traditionell bedeutet Hari: der Befreiende, derjenige der Leid wegnimmt.
Auch wenn ich christlich aufgewachsen bin, ist Gott für mich heute keine Person mehr.
Im Kundalini-Yoga werden Gottheiten nicht verehrt. Vielmehr erinnern sie uns an Bewusstseinsqualitäten, die bereits in uns vorhanden sind.
Auch im Ayurveda begegnet uns dieser Gedanke. Dort sprechen wir von Atman – unserem göttlichen Wesenskern. Dieser göttliche Funke lebt in jedem Menschen und gleichzeitig sind wir alle Teil eines größeren Ganzen und wir glauben im Ayurveda, dass eine große Weltseele gibt. Ich weiß, sehr komplex, wir als Seele in einer großen Seele?
Eine weitere traditionelle Bedeutung von Hari lautet: „Derjenige, der wegnimmt.“ Gemeint ist damit das Auflösen von Leid, von Anhaftungen und von allem, was uns von unserem wahren Selbst trennt. Das passt für mich unglaublich gut zu meiner Arbeit. Denn wie oft tragen wir Geschichten, Glaubenssätze, Verletzungen oder Ängste mit uns herum, die uns daran hindern, wirklich wir selbst zu sein.
Eine andere wunderschöne Interpretation beschreibt Hari als den Fluss und die handelnde Seite der Schöpferkraft. Auch diese Sichtweise gefällt mir sehr. Ich würde sie so übersetzen: Hari erinnert uns daran, alles aus dem Weg zu räumen, um unsere eigene Schöpferkraft wieder fließen zu lassen und dem Leben zu vertrauen.
Eine weitere symbolische Erklärung von Ra-Ma beschreibt für mich etwas Wunderschönes.
Ra steht für die Sonne.
Ma für den Mond.
Auch wenn dies keine sprachwissenschaftliche Übersetzung ist, sondern eine symbolische Deutung aus der Yogatradition, berührt sie mich sehr. Sie vereint die scheinbaren Gegensätze.
- Aktivität und Ruhe.
- Yin und Yang.
- Anspannung und Entspannung.
- Die rechte und linke Körperhälfte.
- Die männliche und weibliche Energie.
Genau dann, wenn diese Kräfte in Balance kommen, fühlen wir uns verbunden mit uns selbst. Wir verlassen die Trennung. Für mich ist genau das das Gegenteil von Cold Depression.
Es entsteht eine tiefe Ruhe. Keine träge Ruhe, sondern die Ruhe, aus der klares Handeln entsteht.
Für mich bedeutet genau das, aus unserem göttlichen Selbst zu leben.
ICHbewusstSEIN.
So unterstützt uns das Mantra Ram Ram Hari Ram dabei, mutig alles aus dem Weg zu räumen, was unsere Verbindung zu uns selbst stört.
Es erinnert uns daran, unsere Mitte zu stärken und lädt uns ein, loszulassen, was uns nicht mehr dient.
Es führt uns immer wieder zurück in die Verbindung mit unserem Wesenskern.
Höre!
Fühle!
Und beobachte, was dieses Mantra in dir bewegt.
Ich bin gespannt, wie es sich für dich anfühlt. Teile es sehr gern mit mir.
Ich wünsche dir viel Freude beim Hören und Chanten dieses wundervollen Mantras.
Und wenn du Lust hast, gemeinsam Mantras zu singen, dein Prana zu stärken und Schritt für Schritt mehr aus deiner Seele heraus zu leben, dann freue ich mich, dich in einem meiner Kundalini-Yoga-Kurse willkommen zu heißen.
Sat Nam
Heike


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